In unserem B1 Deutschkurs am Abend haben wir das letztens gemacht und haben viel gelacht : )

Es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ja, natürlich ist es schön, wenn immer alles glatt läuft, das Wetter schön ist, das Essen gut schmeckt, die Gesellschaft nett ist. Das alles trägt zum Wohlbefinden und zur Entspannung bei, es macht den Alltag leichter, es beflügelt die Gemüter.

Aber so läuft das Leben ja nicht immer. Das wär’ ja total langweilig.

Da sind die Arbeiten, die nicht fertig werden wollen, Kollegen, die ständig etwas von einem wollen, da ist die kleine Schwester oder der kleine Bruder, die dich nicht in Ruhe lassen, der Nachbar, der sich bei jedem kleinen Pieps beschwert. Die Spülmaschine soll ausgeräumt werden, dabei willst du lieber faul vor dem Fernseher sitzen, das Bad muss saubergemacht werden, bevor der Abend mit Freunden beginnen kann, Mama sagt “Mach dies”, Papa sagt “Zuerst musst du aber noch…”.

Ach, was macht es einen Spaß, genervte Reaktionen für solche Situationen in unserem Deutschkurs zu üben : )))

In jeder Sprache haben Emotionen eine andere Intonation, unterschiedliche Betonungen. So denkt man oft, dass Chinesen miteinander schimpfen, obwohl das Gespräch eigentlich ganz neutral ist. Nur, unsere OHREN hören es anders, weil wir es aus unserer eigenen Sprache ganz anders gewöhnt sind.

Geht’s noch?!

Der Ausdruck “Geht’s noch?!” bedeutet so viel wie “Bist du verrückt? Spinnst du? Wie kannst du so etwas denken?! Wie kannst du so etwas von mir wollen?!” Die Betonung liegt hier auf dem “Geht’s”. Die Stimme ist etwas tiefer und man spürt einen Druck im Hals. Bei “noch” geht die Stimme steil nach oben, um die Frage zu markieren.  So bekommt dieser Ausdruck seine Intensität. Wenn man die Betonung anders legt, wirkt dieser Vorwurf nicht mehr.

Probier’s mal aus:

Geht’s (Stimme tiefer, Druck im Hals)

noch (Stimme steil nach oben)??

Na, was wohl??

A: Und, was hast du deinem Nachbarn gesagt, als er sich schon wieder beschwert hat?

B: Na, was wohl? Er soll sich nicht so haben und das nächste Mal die Polizei rufen, wenn wir zu laut sind. Der steht ja schon beim leisesten Piep vor der Tür.

“Na, was wohl?!” bedeutet so viel wie “Es ist doch logisch, was ich ihm gesagt habe”. Ich bin hier nicht genervt wegen A, sondern wegen meines Nachbarn.

A: Was machst du?

B: Na, was wohl? Meine Hausaufgaben.

Hier ist “Na, was wohl!” als Reaktion auf As Frage. Ich denke, dass A wissen sollte, was ich tue und finde die Frage überflüssig.

“Was” ist hier übrigens ersetzbar durch alle anderen Fragewörter:

A: Warum fahrt ihr nicht in Urlaub?

B: Na, warum wohl?! Wegen Corona.

A: Und, wie ist das Wetter in Schottland?

B: Na, wie wohl?! Windig.

Die Betonung liegt auf dem Fragewort “was, wie, warum, etc”.

Ich bin sowas wie von angefressen!

Auf dem Foto sieht man ein Blatt, das von einer Raupe angefressen wurde. Es ist also nicht mehr komplett und sieht nicht mehr so schön aus.

Wenn man über sich selber oder eine andere Person sagt:

“Ich bin echt angefressen”

“Er war echt angefressen”

sagt man, dass man sich über etwas geärgert hat.

“Mein Chef hat mir gestern gesagt, dass ich ab nächster Woche Überstunden machen soll, weil meine Kollegin spontan für 1 Woche in Urlaub geht. Ich war echt so angefressen.

Die Betonung liegt auf dem Präfix “an”.

Ich krieg’ gleich ‘nen Föhn!

“Maaaann, warum funktioniert dieses sch*** Programm nicht?? Kannst du mir mal erklären, warum sich das net anklicken lässt? Oooouuh, ich krieg’ gleich ‘nen Föhn!!

= Ich werde gleich verrückt!

Auch wenn auf dem Foto der Föhn als Gerät zu sehen ist, so ist der Föhn in diesem Ausdruck wahrscheinlich nicht das Gerät, sondern “der Föhn” als trockener Tal- und Bergwind bei wechselnden Temperaturen. Ein Föhn (das Gerät) macht auch trockenen Wind, daher die Assoziation.

Die Betonung liegt auf “Föhn”.

Jemanden auf der Pelle haben

Unser Nachbar hat echt’ nen Schuss. (=ist echt verrückt)

Wir sitzen im Garten und unterhalten uns ganz normal, die Kinder spielen und sind halt ein bisschen lauter, wie Kinder halt sind. Und JEDES MAL kommt er und droht uns, dass er die Polizei holt, wenn wir noch länger so einen Krach machen. JEDEN zweiten Tag haben wir den Typen auf der Pelle.

Die Betonung liegt hier auf “Jeden zweiten Tag”. Wenn es keine temporale Angabe gibt, ist die Betonung auf “Pelle”.

Variante: “Der Typ geht mir so auf die Pelle.”

Probier das doch auch mal: Sei mal so richtig genervt, auf Deutsch.

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