Mieterhöhung: Wie hoch darf sie sein und was kannst du tun?

Erschrockener Mann mit Händen an den Wangen – Symbolbild für den Schock über eine Mieterhöhung, wie sie viele Deutschlernende in Deutschland erleben.

In diesem Artikel erfährst du

Du lebst jetzt schon eine Weile in Deutschland und plötzlich flattert dir eine Mieterhöhung ins Haus. Das ist meistens erstmal ein Schock und du fragst dich:

  • Darf der Vermieter das einfach so?
  • Wie hoch darf die Mieterhöhung sein?
  • Was passiert, wenn ich nicht zustimme?

Wichtige Wörter zum Thema Mieterhöhung

Es hilft vielleicht, wenn du diese Wörter erst noch mal übersetzt, bevor du weiterliest:

Der Grund für eine Mieterhöhung

In Deutschland können Vermieter die Miete erhöhen, obwohl beim Abschluss des Mietvertrags eine feste Miete vereinbart wurde. Das ist im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 557 ff. festgelegt. Im Gegenzug darf der Vermieter oder die Vermieterin die Wohnung nicht einfach kündigen.

Besondere Varianten sind Index und Staffelmietverträge.

Links:
Gesetze zur Mieterhöhung (BGB)
Mieterhöhung bei Staffelmiete, Indexmiete, nach Modernisierung, ortsüblicher Vergleichsmiete

Der Grund für eine Mieterhöhung kann zum Beispiel sein, dass die ortsüblichen Mietpreise gestiegen sind. Liegt deine aktuelle Miete unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, darf der Vermieter sie anheben.

Als Grundlage kann er zum Beispiel nutzen:

Die Vergleichswohnungen müssen in Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit, Lage und energetischem Zustand vergleichbar sein (§ 558 BGB).

In diesem Artikel geht es um Mieterhöhungen, die auf dem Mietspiegel basieren.

Was ist der Mietspiegel?

Der Mietspiegel ist ein Dokument, in dem genau beschrieben ist, wofür der Vermieter in einer Wohnung Zuschläge oder Abschläge berechnen darf.

Den Frankfurter Mietspiegel findest du unter folgendem Link. Scrolle fast bis zum Ende der Seite, dort findest du das PDF „Frankfurter Mietspiegel 2022 (2. Auflage)“.

Link: Mietspiegel Frankfurt am Main

Wie oft darf der Vermieter die Miete erhöhen?

Der Vermieter darf die Miete frühestens 15 Monate nach deinem Einzug erhöhen. Danach wieder alle 15 Monate.

Innerhalb von drei Jahren darf die Miete jedoch nicht stärker steigen als die sogenannte Kappungsgrenze. In Frankfurt liegt sie zum Beispiel bei 15 Prozent, in anderen Regionen bei bis zu 20 Prozent.

Was solltest du bei einer Mieterhöhung zuerst tun?

Zuerst: ruhig bleiben. Lege das Schreiben beiseite und schlafe ein paar Nächte darüber.

Du hast mindestens zwei Monate Zeit, um zu reagieren. Wichtig ist, dass du antwortest:

Nicht zu antworten ist keine gute Idee.

Wenn du nicht zustimmst oder gar nicht antwortest, kann der Vermieter deine Zustimmung einklagen. Dafür hat er eine Klagefrist von drei Monaten nach Ablauf deiner Überlegungsfrist.

Dein erster Schritt: Formale Prüfung

Überprüfe, ob die Mieterhöhung formal korrekt ist. Zum Beispiel:

Einen Überblick findest du im Dokument „Infoblatt Mieterhöhung“.

Fehlen wichtige Punkte oder sind sie falsch, kann die Mieterhöhung unwirksam sein. Dann solltest du aber sehr sicher sein, bevor du nicht reagierst.

Dein zweiter Schritt: Zuschläge im Mietspiegel prüfen

Prüfe, für welche Posten Zuschläge berechnet werden, zum Beispiel:

Im Mietspiegel ist genau festgelegt, wann ein Zuschlag gilt. Trifft auch nur ein Punkt nicht zu, ist der Zuschlag hinfällig.

Überprüfe außerdem Wohnungsgröße und Baujahr.

Dein dritter Schritt: Zustimmung oder Noch-nicht-Zustimmung

Sind alle Angaben korrekt, solltest du zustimmen. Andernfalls kann der Vermieter deine Zustimmung einklagen.

Stimmen einzelne Punkte nicht, kannst du schreiben, dass du noch nicht zustimmst, weil die Berechnung nicht dem Mietspiegel entspricht.

Du musst keine eigene Berechnung mitschicken. Das ist Aufgabe des Vermieters.

Wenn innerhalb der Klagefrist keine Reaktion erfolgt, bist du „aus dem Schneider“.

Wo bekommst du Hilfe bei einer Mieterhöhung?

Beachte: Für rechtliche Beratung ist oft eine Mindestmitgliedschaft nötig.

Eine Rechtsschutzversicherung für Mietrecht kann sinnvoll sein, da sie dich auch vor Gericht vertritt.

Falls du weitere Fragen rund um das Thema Mieterhöhung hast, schau doch mal hier: Mieterhöhung abwehren. Hier werden Themen einfach erklärt. Außerdem gibt es die Möglichkeit für eine kostenlose Ersteinschätzung zu deinem Fall.

Kurz zusammengefasst

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Die genannten Links sind Empfehlungen ohne Provision oder Gegenleistung.

Franziska Becker M.A.

Linguistin, Anglistin und Romanistin mit Passion auch für die deutsche Sprache. Gründerin von SprachPassion (seit 2021), mehrjährige Lehrtätigkeit u.a. am Goethe Institut Frankfurt. Mein tolles Team bei SprachPassion bringt dir die Sprache mit großer Leidenschaft bei.

Ich liebe guten Wein, mit Freunden zu essen und Autofahren, obwohl ich gar kein Auto habe und immer mit dem Rad unterwegs bin. Kontakt aufnehmen.


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Kommentare

2 Antworten zu „Mieterhöhung: Wie hoch darf sie sein und was kannst du tun?“

  1. Avatar von Annelen
    Annelen

    Was für ein Service! Ich finde es toll, dass hier nicht nur direkte Sprachthemen behandelt werden, sondern echte Hilfe zu schwierigen Themen gegeben wird. Selbst für Menschen mit Deutsch als Muttersprache, die z.B. vielleicht noch nie allein gelebt haben, können diese Tipps echt nützlich sein. Wirklich klasse zusammen gestellt, inkl. Links zu weiteren Hilfeseiten. Daumen hoch!

    1. Avatar von SprachPassion
      SprachPassion

      Liebe Annelen,

      es freut uns, dass unsere Artikel auch von Muttersprachlern gelesen werden : ) Ja, es gibt Themen die betreffen einfach alle und der Alltag birgt so seine Tücken, selbst für uns Muttersprachler. Da braucht es manchmal viel Recherche, bis wir wissen, was wir vor allem auf rechtlicher Seite dürfen und was nicht. Und wenn man dann einen Artikel hat, der die ersten Fragen schon einmal klärt, kann man schon ein bisschen besser schlafen 😉

      Ganz herzliche Grüße,
      Dein SprachPassion-Team

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