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Du unterhältst dich nett mit jemandem und fragst dich: Kann ich jetzt vorschlagen, dass wir uns mal treffen? Oder ist das zu früh?
Solche Situationen kennt jeder aus seinem eigenen Land. Man spürt meist intuitiv, wann der richtige Moment für eine Verabredung gekommen ist. Doch in einer anderen Sprache und Kultur ist man sich oft unsicher, weil man nicht genau weiß, welche Formulierungen passen und wann ein Vorschlag angemessen ist.
Außerdem zeige ich dir hier einen typischen Fehler, den Nicht-Muttersprachler oft machen und wie du es richtig sagst. Viel Spaß beim Schauen! Und natürlich freu ich mich, wenn du unseren Kanal abonnierst : )
Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich mit jemandem zu verabreden?
In Deutschland ist es üblich, dass man einen Vorschlag für ein Treffen ernst meint. Wenn jemand sagt: „Wir können uns ja mal treffen“, dann verstehen viele Deutsche das als echten Plan und nicht nur als höfliche Floskel.
Deshalb ist es gut, den richtigen Moment abzupassen, bevor man eine Verabredung vorschlägt.
Meist entsteht der Wunsch nach einem Treffen ganz natürlich, wenn man merkt, dass das Gespräch gut läuft und man auf einer Wellenlänge ist. Wenn ihr euch gut versteht, gerne weiterredet und Interesse habt, mehr voneinander zu erfahren, ist das oft der richtige Zeitpunkt, einen Vorschlag zu machen.
Das kann schon beim ersten längeren Gespräch passieren. Häufig merkt man es aber erst, wenn man sich ein paarmal in einer Gruppe gesehen hat und immer wieder ins Gespräch kommt. Irgendwann entsteht das Gefühl: Mit dieser Person würde ich mich gern auch einmal in Ruhe unterhalten.
Manchmal ergibt sich eine Verabredung auch ganz praktisch, wenn jemand Informationen oder Erfahrungen hat, die dir helfen können. Dann hat das Treffen sogar ein konkretes Ziel, zum Beispiel der Austausch über ein bestimmtes Thema.
Was dagegen oft nicht gut kommt, ist, sofort eine Verabredung vorzuschlagen, ohne dass vorher ein richtiges Gespräch entstanden ist. Der gemeinsame Austausch ist essentiell, damit beide Seiten sehen können, ob sie sich mit der anderen Person wohlfühlen.
💡 Wichtig: Wenn du selbst gar nicht das Bedürfnis hast, dich weiter zu treffen, solltest du auch keinen Vorschlag machen.
So schlägst du auf Deutsch eine Verabredung vor
Vielleicht kennst du diese Situation: Ihr redet nach einem Kurs, nach der Arbeit oder auf einer Feier noch eine Weile weiter. Wenn du das Gespräch gerne in einem anderen persönlicheren Setting fortsetzen oder intensivieren würdest und du den Eindruck hast, dass dein Gesprächspartner oder deine Gesprächspartnerin ähnlich empfindet, kannst du ein weiteres Treffen vorschlagen.
Genau in solchen Momenten helfen passende Formulierungen, damit dein Vorschlag freundlich und natürlich klingt.
Mit den folgenden Formulierungen kannst du herausfinden, ob der oder die andere auch Interesse auf ein Treffen hat:
- Es ist echt nett mit dir zu plaudern / reden / sprechen. Hättest du Lust, mal was zusammen zu machen?
Etwas direkter:
- Wenn du magst, können wir ja mal was zusammen machen.
- Wollen wir mal was zusammen machen?
- Wollen wir uns vielleicht mal auf ´nen Kaffee treffen?
- Wollen wir vielleicht mal zusammen kochen?
Wenn ihr euch schon ein paarmal getroffen habt und klar ist, dass ihr euch wieder trefft und ihr ziemlich genau wisst, dass der andere zustimmt:
- Lass uns doch mal zusammen kochen!
- Lass uns doch mal ins Kino gehen!
- Am nächsten Samstag ist das Grüne Soße Fest an der Hauptwache. Hast du Lust, mal dahin zu gehen?
Du liest hier öfter das kleine Wörtchen „mal“. „Mal“ benutzt man, um eine Frage zu formulieren. Sie klingt dadurch weicher und wirklich muttersprachlich.
Diese Formulierungen solltest du vermeiden
Es gibt natürlich auch Phrasen, die gar nicht gut kommen. Z.B. wenn du einfach eine Aussage triffst, was ihr jetzt macht. Wie z.B. in diesen Beispielen:
- Jetzt trinken wir aus und gehen dann in eine andere Kneipe.
- Nächsten Samstag gehen wir dann mal zusammen ins Kino.
Das Problem hier ist: Es sind keine Vorschläge. Hier gibst du vor, was ihr macht und das hat eine eher abschreckende Wirkung. Ich empfehle dir daher, bei diesen Formulierungen zu bleiben:
- Hättest du Lust, …?
- Wollen wir mal….?
- Wenn du Lust hast, könnten wir ja mal… .
Was ist, wenn du keine Lust darauf hast, was der/die andere vorschlägt?
Es kann sein, dass der andere einen Vorschlag macht und du die Idee nicht so so toll findest.
Und hier ist es einfach hilfreich zu wissen: Deutsche mögen es in vielen Situationen direkt und klar – auch bei Verabredungen. Es bringt ja nichts, wenn du mit jemandem z.B. in eine Kneipe gehst, du aber viel lieber gemütlich im Park spazieren gehen würdest. Dann fühlst du dich am Ende unwohl und die Stimmung ist komisch. Zum Beispiel könntest du das antworten:
- Ich interessiere mich nicht so für … . Wie wäre es, wenn wir …?
- Kneipe ist nicht so mein Ding, was hältst du davon, wenn wir im Park spazieren gehen?
- Ich war mal in einer Kneipe und das war mir irgendwie zu laut. Vielleicht könnten wir ja spazieren gehen. Was meinst du?
So beendest du ein Gespräch, bei dem ihr ein Treffen vereinbart habt
Wenn ihr euch am Ende eines Gesprächs verabredet und euch dann verabschiedet, passen diese Formulierungen:
- Prima! Dann sehen wir uns nächsten Samstag im Kino. Bis dann!
- Super! Dann treffen wir uns am Freitag zum Kochen! Bis dann!
- Schön, da freue ich mich!
- Super, da freue ich mich auf nächsten Samstag!
Wenn das Treffen noch am selben Tag stattfindet, gibt es diese Varianten:
- Bis dann!
- Bis nachher!
- Bis später!
- Bis gleich!
Was ist der Unterschied?
- Bis dann! – Hier kann der Termin heute, aber auch in weiterer Zukunft liegen: morgen, übermorgen, nächste Woche, nächsten Monat.
- Bis nachher! – Hier ist der Termin heute, aber erst in einigen Stunden.
- Bis später! – Das ist wie „bis nachher“.
- Bis gleich! – Hier ist die Verabredung heute, aber sehr bald: in den nächsten Minuten oder in max. 3 Stunden.
💡 Das passt nicht: „Bis bald!“ ist hier nicht angemessen. Denn das bedeutet, man hat noch keinen Termin, wann man sich wiedersieht.
So lehnst du höflich eine Verabredung ab
Auch das kann passieren: Jemand will sich mit dir verabreden, aber du möchtest gar nicht. Auch hier ist es immer besser, wenn du nicht um den heißen Brei redest oder Wischiwaschi-Antworten gibst wie „ja, vielleicht“, „mal sehen…“. Sage lieber, wie es wirklich ist. Dann ist die Situation auch für die Zukunft geklärt.
Du könntest sagen:
- Es ist nett, dass zu fragst, aber danke. – Hier bedeutet „aber danke“ – „nein“.
- Es ist nett, dass du fragst, aber ich finde, wir sind nicht wirklich auf einer Wellenlänge.
Es ist nicht unbedingt wichtig, dass du sagst „warum“ – wie im zweiten Satz – aber wenn du einen besonderen Grund hast und du dich auch wohl mit dem Grund fühlst, kannst du das ruhig so sagen.
💡 Kurzer Hinweis: Diese Situation passiert sehr selten. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du unbedingt eine Phrase für eine Absage brauchst, sobald du jemanden kennenlernst.
Also, viel Spaß beim Verabreden!
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